Um Ehrbarkeit

Es ist arg, wenn Autoren und Werke in uns in ein Abseits kippen, eines der Verkennung oder der Mißachtung, der Verachtung sogar. Ich hielt bis vor kurzem Hermann Hesse für einen Autor, der für Heranwachsende gerade gut genug ist, für Erwachsene und Gewiefte dagegen unzureichend. Mich selbst hielt ich offenbar für erfahren und gewieft, mit allen Wassern gewaschen. Das bin ich nicht und werde es nicht werden. Was ich tun kann, ist Hermann Hesse zu lesen, und zwar nicht dasjenige, was nicht für mich gemacht ist, sondern dasjenige, was auch für mich passen kann. Deshalb der Auszug aus Demian, das mir empfohlen wurde. Ich vertraue Empfehlungen. Doch zurück zu dieser Geste, mit der Autoren wie Hesse oder Rilke weggewischt werden, deshalb vielleicht, weil es sich für ein werdendes und unsicheres, also schwankendes Akademikertum nicht geziemt, derart unakademische Autoren zu lesen, ernsthaft. Ich habe eine ganze Palette solcher Autoren auf Lager, die ich empfehlen möchte gegen die negative Annexion der Akademien. Ach, warum wissen so wenige, worum es den Akademien zu schaffen ist. Daher der Spaß.


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