Bereits die Überschrift macht frösteln. Als ich sie gestern nacht wählte, war mir danach. Sie evoziert Zucht und Strenge, Ordnung und Ritus, ein ganzes Arsenal an positiven und negativen Sanktionen. Im Zentrum steht das gewollte Wir, eine Gruppe der Auserlesenen, besonders begnadet oder besonders bedürftig. Die Gruppe adelt sich selbst, Ablehnung von außen stärkt sie noch. Ein Glaube oder eine Weltanschauung eint sie – die einzig richtige Art offenbar, die Dinge zu sehen und zu deuten. Daher das Elitäre. Daß in der Filmserie Menschenopfer gebracht werden, überspannt die Problematik. Die Sektenproblematik, die gesellschaftlich alle paar Jahre wieder aufgekocht wird, liegt eher darin, daß ihre Mitglieder sich genötigt sehen, alles von sich zu geben: Gefühle, Gedanken, Zeit, Geld und Besitz. Sie sollen sich der Sache verschreiben und ihr opfern, auch die Freunde, auch die Familie. Damit geht die Glaubensgemeinschaft in Konkurrenz zu allen herkömmlichen Verbindungen des Menschen und raubt sie ihnen. Das bleibt nicht unbemerkt.
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