Die Krähen stimmen heiseres Geschrei an und attackieren zu zweit, kurzfristig und notfalls allein, einen Falken. Schon sind sie aber zu dritt und verfolgen. Kaum hat der fliehende Falke an Höhe gewonnen, sind sie fort und lassen ihn. Der Falke erwischt dort oben eine andere Thermik und nutzt seine Flugkünste. Doch er meidet die Krähenansammlung, widmet sich im Rüttelflug der Beobachtung seines Jagdraums. Die Krähen staksen wippend und vielwegig über das frischgemähte Gras, haben den Vorfall bereits hinter sich gelassen. Es geht nicht darum, nachtragend zu sein, Rache zu üben oder auszurotten – nur um das Revier und den Schutz des eigenen Lebens, dem des Schwarms, nichts weiter. Wenig später sitzt auf einem Hinweisschild ein anderer Turmfalke, nutzt sein 220°-Blickfeld und fliegt nicht auf, als ich weniger als zwei Meter entfernt an ihm vorbeilaufe. Routine für ihn, an vorbeilaufende Menschen auf dem Tempelhofer Feld gewöhnt. Nur wenn die Krähen sich an ihm stören, wird es ernst.
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