Erschöpftes Plädoyer

Ich schreibe nachts, weil ich tagsüber nicht frei denken kann. Nachts werde ich zum Landeplatz seltsamer Wesenheiten. Soll ich sie Vögel nennen, selbst wenn sie nicht fliegen? – Vorhin, als die Sonne noch herrschte, dachte ich: Wer spricht oder schreibt, begibt sich ins Allgemeine. Das machen die Wörter, das besorgt die Sprache. Die semantische Falle fängt noch jedes Wild. – Aber wir dürfen uns nicht so sehr vereinzeln, daß niemand uns mehr verstehen mag. Das wäre auch falsch. – Wenn ich rede, möchte ich nicht klingen wie alle Welt. Wenn ich höre, möchte ich nicht hören, daß du auch nur … – Aber wir sind Teil von, nicht ganz und gar eigen, und verdanken auch und gehören zu. – Deshalb doch gibt es Gedichte, sie besagen gar nichts anderes.


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