Noch kann ich sie zurückholen aus dem Abfalleimer

In diesen Wochen, so las ich, träumen wir mehr und intensiver als sonst. Diese Wochen sind jene der Krise, des kleinen und sanften Ausnahmezustands. Auch ich träume mehr oder weiß von mehr Träumen am Morgen danach. Wirre und kurze Träume, wie mir scheint, und zudem nah an der täglichen Gegenständlichkeit. Ein tristes Beispiel: Eine Haarbürste hat mir etliche Jahre gedient, ich habe sie nun wegwerfen müssen. Samstags kaufte ich eine neue. Im Traum waren sie plötzlich zu zweit – zwei der alten Art, der weggeworfenen Art. Zwei dieser Altmodelle lagen unter dem Spiegel nebeneinander, und ich sah sie und erschrak. Warum plötzlich zwei? Eine reicht doch! Was war geschehen, daß die eine alte ausgediente Bürste sich verdoppelt hatte – sprachen sie miteinander? Solche Träume sind das derzeit. Die andere Seite: Dauernd lerne ich nun neue Leute kennen, sehe und erfahre einiges. Die traumlosen Tage dagegen – eher trist und schmal. Und wie schmal auch sitzen die Fahrgäste abends in der Bahn. Ja, das habe ich bereits geschrieben. Aber es dauert mich noch immer.


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