George Simenon sitzt im Zugabteil, die rechte Hand greift nach etwas auf dem Tischchen unter dem Abteilfenster. Er trägt feinen Stoff, ein gut gewirktes Sakko (mit Einstecktuch), das Oberhemd mit Fliege. Pfeife im Mund, Brille auf der Nase, Blick eines Analytikers. Auf die Tischplatte ist ein Satz von Ferdinand von Schirach plaziert: „Simenon verehre ich. Kaum jemand weiß so viel über den Menschen.“ Über Simenons Kopf steht geschrieben: „Georges Simenon ist der wichtigste Schriftsteller des 20. Jahrhunderts.“ Gabriel García Marquez. Faltprospekt des Atlantik-Verlags für Simenon – Die große Taschenbuch-Edition.
George Simenon — „Trotz seines großen kommerziellen Erfolgs und zahlreicher begeisterter Einzelstimmen war die Literaturkritik unschlüssig in seiner Einordnung. Auch mit den höheren literarischen Ambitionen seiner ‚Non-Maigret‘-Romane überwand er nicht den Ruf eines Krimiautors und Vielschreibers.“ Die Liste seiner Vergehen ist lang: 57 Maigret-Romane, mehr als einhundert „andere Romane“ und 150 Erzählungen unter seinem Namen, 200 Groschenromane und mehr als tausend Kurzgeschichten unter verschiedenen Pseudonymen.
Für Schriftsteller sind ihre Texte oder Werke Lebensbeweise. Ohne sie existieren sie nicht ausreichend und müßten in diesen Wirklichkeiten verkümmern. Warum das so ist, frage ich mich auch.
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