Was tun im Januar. Ich schließe die Augen. Das ist nicht gut für die Welt (ihr ist es egal), aber gut für mich. Remmidemmi in Washington D.C.: Fahnen, Holzfällerhemden, Turnschuhe, rote Basecaps. Sturm auf das Kapitol: lustlos wie eine aufgestachelte Touristenhorde, die einen Restaurant-Tempel stürmt, weil sie ein bißchen Hunger hat. Sie haben dort Wut gespielt, das wurde deutlich; sie stürmten die Treppen erst hoch, als der Wachbeamte, der ihnen oben den Weg versperren sollte, zu laufen begann. Feiglinge fühlen sich (in der Gruppe) stark, wenn der „Angegriffene“ zu fliehen beginnt. Daß eine solch kopflose Truppe das Palastgebäude der amerikanischen Demokratie „zu stürmen“ vermag, wirft ein schräges Licht dorthin. Nach vereitelter Tat (worin bestand sie eigentlich?) schlossen die Senatoren und Kongreßabgeordneten die Reihen und beschworen Verfassung, Demokratie und die Einzigartigkeit der USA. Trump wird seine letzten Amtstage schwer zu tragen haben, sofern er sie überhaupt übersteht. Die Justiz wird sich an ihn wenden, die Banken werden ihn fallen lassen, und Facebook hat (nach diesem Sturm-in-die-Blamage) seinen Account sperren lassen. Nach der Schlacht sind alle mutig, und Amerika haßt Verlierer. Viele werden sich nun für ihre Bewunderung oder Furcht an ihm rächen. Besser, sie schauten in den Spiegel und hielten die Klappe.
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