Den Göttern nah

Wir redeten über das Kaffeetrinken. Sie waren noch sehr jung, um die zwanzig, und fragten, ob ich zum Kaffeetrinken in ein Starbucks ginge. Wann war ich zuletzt in einer Starbucks-Filiale? Ein einziges Mal damals in der Chausseestraßenzeit um 2005 herum, denke ich. Gruß aus dem Seattle der Hippie-Ära, Erinnerung an Moby Dick. Steuermann Starbuck, Ahabs Widerpart. 30.000 Filialen weltweit. So weit kann es kommen, wenn man eine Idee nicht an die Leine nimmt. Groß und größer werden, schließlich in sich zusammenfallen. Das muß nun noch bis zuende gezeigt werden. Kaffeetrinken in der großen Öffentlichkeit ist ungut. Man zieht sich besser zurück in ein Kaffeehaus, setzt sich an einen Tisch abseits des heftigen Betriebs, bestellt ein Getränk (und weitere) und besitzt die Lizenz für eine bis drei Stunden, ungestört sitzen und lesen und schreiben zu können, Leute zu beoabchten, die einem nie begegnet wären, säße man nicht dort. Ein Kaffeehaus ist das Schönste, was man sich denken kann, außer vielleicht das Paradies. Davon dann später mehr.


Entdecke mehr von holger tegtmeyer / texte und tage

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Den Göttern nah

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert