Tom- Hanks-Abend, erst Illuminati, jetzt Inferno, beide Male mit Ron Howard in der Regie und Dan Brown als Autor der Romanvorlage. „Die Menschheit ist ihr eigenes Krebsgeschwür.“ Gleich zu Beginn kommt eine dieser derzeit beliebten utilitaristischen Quizfragen: Was würden Sie tun, wenn sie entscheiden müßten, ob …? Dann wird ein moralisches Dilemma aufgezeigt, bei dem Opferzahlen gegeneinander abzuwägen sind. Jetzt hundert umbringen, um dadurch tausend zu retten, etwa so. Da spricht der Wahnsinn, aber vielleicht sind wir ja Teil eines Wahnsinns, der sich durch unser Denken oder solche Gedankenspielchen aktuell darstellt. Menschheit ist kein Agens, keine handelnde Größe. Es gibt Menschheit nicht, nur durch und über den Begriff existiert „Menschheit“. Die UNO ist nicht Menschheit. Ich nicht, du nicht, niemand. Was soll Menschheit? Ist Menschheit für mich wichtig, entscheidet Menschheit mein Schicksal? Abermals nein. Sollten Menschen sich zu Menschheit organisieren, um Menschenthemen und -probleme zu besprechen? Meinetwegen. Aber nur, sofern es konstruktiv ist, etwas derart Großes und Mächtiges und Manipulierbares und Gefährliches zu organisieren und politisch zu implementieren. Folgt man den Anfangsaussagen des Films (Inferno heißt Hölle, auch Feuersbrunst), müssen wir (die Menschen) als Menschheit unsere eigene „Überbevölkerung“ in den Griff bekommen – uns demnach dezimieren. Frisch ans Werk, frohlockt der Teufel in mir.
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