Weiterhin kalt, und weiß liegt der Schnee, auch in der Stadt, und die Freude über den Schnee ist noch nicht ganz gewichen, aber die Kälte, zunächst noch lebhaft begrüßt, wird nun als bedrückend empfunden, wenn ich richtig höre und in die richtigen Richtungen. Ermüdend die Nachrichten aus Politik und Gesellschaft. Dieser Winter würgt. Ermüdend die Epidemie-Erfolgs- und Mißerfolgserzählungen. Ermüdend die Suche nach Schuldigen für sogenanntes Versagen. Erst wird die Hoffnung des bangenden Publikums auf die Impfungen gelenkt, kurz darauf wird Enttäuschung vermeldet. Hektische Berichterstattung, ungeduldige Kommentatoren, Katastrophenrhetorik. Alle vernünftigen Leute, die ich kenne, machen bei diesem Verlautbarungsblödsinn nicht mehr mit, reagieren nicht mehr auf Nachrichten, stellen sich auf die kommenden Wochen ein und wissen, daß die Lockerungen kommen, wenn die Anspannung gelohnt hat. Es sei denn, die Entscheider wechseln im Rennen das Pferd und spielen Plan B. Ob daran gearbeitet wird, interessiert mich. Alles auf Angst ist scheiße. Maßstäbe fehlen.
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