Ich verstehe meist wenig

Warum nur wird mir das Herz so schwer, wenn ich an die alte Heimat denke? All diese Wege und die Gedanken dazu, so viel Gefühl und auch Weh. Was war das denn damals in jener Welt – das war unser Leben. So wuchsen wir auf, so wurden wir groß. Gingen zur Schule, lernten was, versuchten zu leben und zu lieben. Wir waren zu wenig am Fluß. Dabei floß er die ganze Zeit an uns vorüber. Aber wir saßen selten am Fluß, eigentlich nie. – Ich saß am Fluß, im vorvergangenen Jahr, daran erinnere ich mich, das weiß ich. Es war Februar und die Sonne schien, ich wartete auf einen Zug, der erst in Stunden fuhr. Also hatte ich Zeit in Hameln an der Weser und lief zu meiner alten Schule und dachte an ehemalige Mitschüler. Schließlich landete ich am Fluß und fand hinter der Jugendherberge einen Platz auf einer Wiese. Da stand zwar ein Angler, aber der interessierte sich nicht für mich und ich mich nicht für ihn. Ich setzte mich so entfernt, daß wir nicht miteinander würden reden müssen. Angler sind schweigsame Wesen, Wanderer auch. Die Weser ist nicht ohne. Es gibt Strudel und gefährliche Strömungen. Man soll nicht in ihr schwimmen. Eine Erzählung, eher mündlicher Bericht, der Mutter machte Eindruck: Da war in Rinteln jemand ertrunken, als er in der Weser zu schwimmen versuchte. Die Einzelheiten habe ich mir nicht merken können, aber die Moral von der Geschicht machte Eindruck. Menschen gehen, sie fließen nicht.


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