Ein Spaziergang (vor Jahren) führte am Rande eines Friedhofs vorbei. (Hier sind viele Friedhöfe, vier an der Zahl im Umkreis von vielleicht fünfzehn Gehwegminuten.) Ich erblickte abgeräumte Grabsteine, auf einen Haufen – geworfen kann man nicht sagen, gestapelt klänge nach Ordnung. Sie lagen wie alte Koffer oder Kadaver. Die Namen darauf waren gut lesbar, Jahreszahlen von Geburt und Tod. Einige von den Steinen lagen in einem Container, andere noch nicht. Der Tod räumt ab – doch auch der Tod wird abgeräumt. Kleine Meditation über Vergänglichkeit. Unvergessen. In ewigem Angedenken. Es paßte an diesen Ort und zu diesem Viertel, in dem ich lebe. Hier ist das Leben nicht ganz so viel wert wie anderswo, es muß sich behaupten. Daß du nichts wert bist, sagt dir hier jede zweite „Information“. Jetzt hab‘ dich nicht so, Mann, war ja nur Spaß. Man kann das ehrlich nennen, und fraglos ist es das. Die junge Bourgeoisie, die sich nun einnistet, wird solchen Einsichten ausweichen und den Erfolg suchen. Leben nährt sich von Leben, nicht vom Tod.
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