Objektivität als Halt und Ruhepunkt schwirrender Gedanken

Ich stand am Kassenband und wartete auf meine Abfertigung. Mein Arbeitstag endet spät, ich kaufe anschließend ein, mag dann nach Hause. Eine Kundin schoß quer und forderte erregt die Kassiererin auf, mit ihr zu kommen. Die Kassiererin ist freundlich und entspannt, sie folgte der Kundin. Ich wartete. Nach einigen Minuten kehrten beide zurück. Thema ihrer Exkursion war die Auspreisung eines Produkts, das nicht mehr angeboten wird. „Aber ich hatte recht“, skandierte die Kundin. Die Kassiererin kassierte bei mir. „Ganz egal, ob das Produkt noch da ist, ich hatte recht. Das ist wichtig, entschuldigen Sie bitte, ich hatte recht.“ Die Kassierin gab das Wechselgeld heraus. Die aufgeregte Kundin hatte sich verabschiedet und war gegangen. Es war kurz vor zehn Uhr abends in der Corona-Zeit. Ich hatte recht. Das hallt mir nach. Die Frau wirkte nicht verrückt. Vielleicht hat man versucht, sie für verrückt zu erklären; vielleicht wird ihre Meinung daheim weggewischt. Ja, sie ging auf die Nerven. Aber die Kassierin war freundlich und hat das aufgefangen.


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