Da ich (unfaßbar) gern lebe und das Leben feiere in fast schon jeder seiner Erscheinungsformen und mir das leichtfällt, weil ich in keiner feindlichen Umgebung aufwachsen muß, wo giftige Schlangen unbemerkt ins Haus geraten oder beim abendlichen Schwimmen im Fluß mit Alligatoren zu rechnen ist, bemerke ich jede Beeinträchtigung und finde mich nur schwer ab mit einer Lebensintensität um Normalnull herum. In meiner alten Heimat sagen sie „Muß ja“, wenn man sie fragt, wie es ihnen geht. Das ist niedersächsische Untertreibungskunst – sie leben dort recht gern, würden das aber ungern zugeben. Ich wäre so wie sie, hätte mein Vater sich nicht eine Frau gewählt, die oft und laut lachte. Das fiel schon auf. Sie reagierte heftig und impulsiv und hatte oft genug Mühe, sich rechtzeitig noch den Mund zuzuhalten, bevor heraus war, was sie sagen wollte. Meistens war es schon heraus, aber ihr nahm niemand etwas übel. Sie war die Lebenszufuhr für das Dorf, aus dem ich stamme. Was jetzt dort los ist, weiß ich nicht. In mir ist sie lebendig als das, was sich unbändig freut und jubelt.
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