Im Nebeneinander unserer demokratischen Gleichwertigkeit erfüllen wir die legitimen Wünsche aufgeklärter Menschen. Es ist vom Zeitgeist aufgetragen, hoffnungsleer und lustheuchelnd die Vorgänge nachzuvollziehen, die in vorangegangenen Zeiten mit erheblich mehr Begeisterung begangen wurden. Zeitgeist ist Verfügungsmacht beschränkter Reichweite. Während er wirkt, wirkt er (nahezu) total. Die Abseitigen schert das nicht, sie folgen älteren Regeln. Die Aktuellen kümmert das nicht, sie harren aus unter der Glocke des Selbstbeschallung. Ihr Selbstgespräch tönt aus den Äthern. Im Spiegelsaal ihrer Selbstgefälligkeit fällt auf, was nicht einpaßt. Anhand ihrer Sprache erkennt sich die höfische Nomenklatur. Von Geschlechtern mag nicht mehr die Rede sein, das riecht nach Senkgrube oder erinnert an Besuche im Zoo. Und wäre es nicht überdies bedenkenswert, die Sprache zu rekalibrieren, damit endlich niemand mehr glaubt, er sei irgendwas. Wäre das nicht lustig! Und die Perückenträger schlügen sich auf die schmalen Schenkel und der Staub schösse auf, denn die Säle der faden Lust wären schlecht gelüftet. Und endlich wären alle eins, eine Phantasie sonderer Größe, und niemand müßte sich mehr strecken oder recken wollen, ausweichen oder entgehen, jeder wäre in jedem Moment absolut und unschlagbar, ein Superstar, ein nie gesehenes Erlebnis, und dann bräche die Veranstaltung mit einem Mal ab und das Firmament senkte sich und die Akteure schliefen ein und blieben liegen, denn es wäre geschafft und müßte keine Zukunft mehr geben.
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