Träges, zähes Märzen

Weiter Wind und Wetter. Zwischen zwei Regenschauern Zeit für einen Spaziergang und Himmelsblicke. Der Westwind trägt die schweren Wolken herbei. Dann schaffe ich es nicht vor dem zweiten Schauer nach Hause und gehe einkaufen. Wir stehen schweigend in langer Reihe vor der einen besetzten Kasse im grellhellen Discounterlicht. Jeder ist mit sich allein. Drei Plätze vor mir steht eine Frau, die ich kenne. Ich tue so, als sähe ich sie nicht. Sie sieht mich auch nicht oder tut so, als sähe sie mich nicht. Was sollen wir reden, wozu reden? Wir könnten uns unsere Einkäufe zeigen, aber das wäre zu vertraulich. Vielleicht war sie es ja gar nicht, vom Gesicht bleibt nicht viel, wenn Nase, Mund und Kinn verdeckt sind. Sonst ist im März eine Menge los, da wollen alle wieder was, tüchtig sein, etwas unternehmen, sich gemeinsam freuen über den neuerlichen Sieg des Lebens über den Tod, wofür sinnbildlich die Jahreszeiten stehen, und im März kann man schon mal den Sekt kaltstellen für Mitte April, wenn die Sache durch ist. (Märzen ist ein Verb.)


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