Im Westen die Sonne

Mein altes Notebook ächzt und stöhnt und pfeift. Es erinnerte mich an einen alten und treuen Hund, der nicht mehr sonderlich gern vor die Tür geht und es nur noch tut, weil er muß. Ich streiche mit der Hand über die glatte Oberfläche und rede ihm gut zu. Für mich sind, fürchte ich, sogar die Dinge belebt. – Ich möchte jetzt noch schreiben, obwohl es spät ist. Etwas über die Wolken und die Unruhe. Diese seltsamen Lebensverhältnisse, unter denen wir unsere Tage und Nächte verbringen, finden sich abgebildet in mir. Jederzeit möchte ich aufspringen und loslaufen und einem Leben entgegen, das richtig ist. – Wieder keucht der Rechner auf und hustet letzte Lebensleistung aus. Es ist zum Erbarmen. – Heute bildeten die Wolken über dem Großen Feld eine Art Tier auf dem Sprung, eine elegante Wildsau, die westwärts strebt. Sie kam aber nicht von der Stelle, sondern blieb über dem Feld schweben wie ein von oben gestiftetes Sinnbild und wurde von allen Seiten photographiert, als dann endlich Sonnenuntergang war, feurig und goldküstenhaft.


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