Auch deshalb soll mir niemand Angst machen, da ich als Kind ohnehin immer schon das Schlimmste befürchtete. Im Winter zum Beispiel, daß es diesmal keinen Frühling geben wird und also keinen Sommer; zum Ende der Nacht, daß es nicht mehr hell werden wird, nie mehr. Da komme ich her, ich bin Katastrophiker von Geburt. Ich gehe nicht davon aus, daß es gut wird. Daß es gut wird, wenn auch nie ganz, weiß eine andere Kraft in mir und ist einem anderen Vermögen zuzuschreiben, nämlich dem Willen und der Hoffnung eines Wesens, das ins Helle und Warme krabbelt oder kriecht oder strebt, jedenfalls aus Dunkelheit und Kälte heraus muß und ganz genau weiß, daß es dort gut ist, wo es sich gut anfühlt. Denn es kennt die Schrecken des Todes. Ich bin von Anfang an ein Entkommener, und wem das nach Stilisierung klingt – ganz recht. Das ist der Stil, dem ich zugeteilt wurde. Soll doch jeder reden, wie er mag. Ich möchte die Leidenschaft nicht den Idioten überlassen. Ohne den Tod ergibt das menschliche Leben keinen Sinn, es wäre wie das Blubbern einer Ursuppe ohne Tragik und Wissen. Wissen und Tragik sind nicht zu trennen.
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