Nacht und schön

Du kannst nicht in mir rechthaben, niemand kann das. Ich kann es nicht in dir und in niemandem sonst. Denn das hieße: hineinregieren und bestimmen wollen – nicht nur die Gedanken, sogar die Gefühle. Jetzt fühl dich doch mal! Fühl dich doch mal, wie ich das will! Und neuerdings auch wieder die alte Konditionierung, das modernisierte Abrichten von Menschen, als seien sie Hunde oder Hausschweine. Leckerlis für das Befolgen von Aufträgen und Verrichten von Aufgaben. So werden junge Menschen gefügig gemacht für ein System korrupter und substanzloser Erfolgsanbeter. (Erfolg ist, was erfolgt. Nichts Besonderes. Manchmal auch nur der Applaus von heute für etwas, das morgen Abscheu erregt.) Halten wir unser Inneres heilig, lassen wir es unantastbar. Ich öffne nicht auf Befehl. Niemand soll das. Schlimm genug, daß wir manchmal müssen, was wir nicht wollen. Das läßt sich verkraften – nicht verkraften läßt sich die gezielte Verfälschung des Inneren. Dort ruht die eigentliche Kraft und Integrität.


Entdecke mehr von holger tegtmeyer / texte und tage

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Nacht und schön

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert