Landeskind

Sonntag als Sonnentag – gut für einen Sonnentanz. Breiter Nachmittag, fett eingelegt in Wonne. Draußen wirbeln die Vögel herum und wissen, was zu tun ist. Im Regierungsviertel wirbeln die Politiker herum und wüßten es gern. Man müßte die Bürger ganz wegsperren, dann könnten sie sich nicht mehr infizieren. Bitte unterlassen Sie überzogene Polemik. Zentralismus ist funky. Der evangelisch-fränkische Ministerpräsident des Freistaates Bayern ziert sich nicht länger und strebt auf den Kanzlerstuhl. Der ist noch kein Thron, doch wird an seiner Aufwertung gearbeitet. Die Bürger wollen einheitliche Regelungen, ist zu hören, und möchten sich regiert fühlen und sicher durch die Krise geführt wissen. Warum erstaunt mich das nicht? Lasse keine Krise ungenutzt verstreichen (sagte wer?), erzeuge Angst und arbeite mit ihr, gib dich zu erkennen als Retter in der Not. Wer beruhigt die aufgeschreckten und alarmmüden Landeskinder? Irgendwo Geist in Sicht, Gelassenheit oder ein wenig Weisheit? Alle schwingen mit im Takt der Angst. Erst im September wird gewählt, uuuh. Heißer Sommer und Hitzeschlag. Begrabt mein Herz am Waldrand im Schatten unter hohen Bäumen.


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