Hauruck der Tage habe ich das genannt. Tagesgehacktes. Mettbrötchen mit Zwiebeln, Hackepeter, Pfeffer drauf. Man muß davon aufstoßen. Nichts gegen tote Tiere, sie sollen nur gut gelebt haben. Nichts gegen Menschen, sie sollen nur artgerecht leben. Tagsüber herrscht gut begründeter Irrsinn. Manche spielen sich auf. Machtgewinn durch Ausdehnung. Lebenskampf geht in eine neue Runde. Wer bekommt die zerschlissenen Stiefel, wer die Silberbrosche. Man kann die rauschenden Wälder zu Orten des Friedens stilisieren und den Frühling vollpacken mit bunten Eiern, aber nichts davon entspricht der Weisheit. Die Wälder rauschen bis zum Windbruch, die Eier holt der Marder und die Hühner gleich mit. Ich komme vom Hof, ich habe etliche Hühner auf dem Gewissen, weil ich nicht rechtzeitig nach Hause kam, um die Hühnerstallklappe zu schließen. Ich war mit Freunden unterwegs, wir haben die Freundschaft gefeiert. Romantik ist das Als ob der Wahrnehmung, ein Kommentar zum Verlust. Wer sich der Verhackstückung des Lebens entziehen möchte, braucht gute Verstecke. Es ist nicht verkehrt, sich erheblich zu stärken, bevor der nächste Angriff erfolgt. Ich bleibe dunkel, denn hier ist es dunkel. Wo es hell ist, weiß kein Arsch. Man funzelt mit künstlichem Licht oder grellt alles aus. Manchmal ist es auch schön, das muß ich sagen. Soll mal der Mai, der kann was. Ich glaub, mir fehlt was.
Entdecke mehr von holger tegtmeyer / texte und tage
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.