Vor den Wölfen

Vielleicht ist (ich bin mir unsicher) Romantik nichts anderes als die Suche nach dem Erschauern vor einem Ungewissen, das groß und gefährlich genug ist, um verehrt zu werden, und zugleich nur ein Flirt mit solcher Größe und Gefahr. Denn es fehlt die Furcht. Wo alles in Gewißheit verwandelt werden soll, steigt der Reiz des Nichtwissens. Das führt in unsere Zeit. Man muß ordentlich kramen und stöbern, um noch auf echte Geheimnisse stoßen, auf Verschweigenswertes. In den Familien wird man manchmal noch fündig, nur daß die sich in generationenübergreifende Therapie- und Problembesprechungsgruppen verwandelt haben. Ich suche deshalb hinter dem, was jedermann offen sagt. Je lauter geredet wird, desto lauter wird auch geschwiegen. Niemand steigt in die Abgründe, den nicht oberirdisch die Langeweile angrinst. Ich freue mich schon auf die Gesellschaft der Zukunft ohne Ungerechtigkeiten – da wird dann gebuddelt werden wie blöde, damit man mal an etwas gelangt, das ein bißchen Abwechslung verspricht von diesem Schafsgeblök. Alte Melodien werden aufgelegt werden, um dazu tanzen und feiern zu lernen. Es soll einen Ausweg geben, aber wir müssen durchs Labyrinth.


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