In beide Richtungen Distanzgesten

Am frühen Abend lief ich unter dramatischem Himmel über das Feld des Windes und befand mich in Not. Ich nehme nämlich diese Corona-Debatte persönlich und fühle mich bedroht – nicht vom Virus, sondern von den Parteigängern pro oder kontra. Ich hasse es, daß sie in meinem Kopf herumlaufen und Phrasen dreschen. Ich möchte kein Austragungsort solcher Konflikte sein. Gut gut, dann schlag dich doch einfach auf die richtige Seite – schmunzelt der Mehrheitssprecher im Namen der derzeitigen Vernunft. Was soll ich ihm antworten – ich nicke und bedanke mich. Aber mit Logiken der richtigen und der falschen Seite habe ich zeit meines Lebens schlechte Erfahrungen gemacht. In mir rufen sich Todesfälle auf, die solcher Vernunft gehorchten, die nun geboten scheint. Ich soll also gegen meine Instinkte handeln. Meine Instinkte befehlen mir, cool zu bleiben und die ganze Scheiße an mir vorbeitreiben zu lassen. Jeder soll doch selbst entscheiden, bitte! An American Prayer gehört, recht laut. Gut, einmal wieder Jim Morrisons Stimme zu hören. „Do you know the warm progress under the stars? / Do you know we exist?“ Schon das war Wohltat. Später werde ich das erklären können.


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