Manchmal nachts, wenn ich herumsitze und meine „Zustände“ zu Papier bringe oder hier eintrage, kommen mir Verse aus einem alten Stück von Heinz Rudolf Kunze in den Sinn, aus seinem Lied Bestandsaufnahme von 1979. Es handelt von einem Mann Anfang zwanzig, der über „seine“ Generation sinniert: die der Nachachtundsechziger, politisch links, ein bißchen noch revolutionär, im Grunde aber bereits abgesunken ins Establishment, von Leuten also, nach denen kein Hahn mehr kräht. Der Vers lautet: „Wir führen Stellungskrieg um Mitternacht am Schreibtisch / Bis die Herzdame ihre Haut zu Bette trägt.“
Entdecke mehr von holger tegtmeyer / texte und tage
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.