Auch das Gespräch über einen Roman, in dem noch Platz war für eine ganze Welt. In dem die Details nicht „nerven“, sondern dazugehören wie ein jedes, zum Beispiel hier in diesem Raum, und kennzeichnend sind. Daher ihr Erwähntwerden, allein wegen ihres Vorhandenseins. Die Welt war noch weit in diesen Romanen (wir sprachen über Wilhelm Speyers Das Glück der Andernachs), es gab etwas zu entfalten. Wert und Würde des Seienden. Nach ihrer Zerstörung, wohlgemerkt.
Nicht rückwärts vergoldete Sicht, sondern klarer Blick von dort auf die Enge unserer Romanwelten hier, die keine Gesellschaft mehr abbilden, da es nicht lohnt. Es gibt auch keine Gesellschaft mehr, könnte man sagen. Nur noch Fragmente einer solchen und ein globales Pidgin mit den bekannten Ausstattungsmerkmalen.
Je größer die quantitativen Zusammenhänge und Verbindungen werden, desto mehr reduziert sich die qualitative Auszeichnung. Ein Umschlag in die Qualität, nur anders, und vorerst negativ. Die Romanzukunft wird nicht in einer Wiederherstellung des Zerstörten liegen, sondern im Verstehen der aktuellen Not und ihrer lebensphilosophischen und ästhetischen Überwindung – notfalls nicht mehr im erzählerischen Großformat.
Da überall Abbruch ist, ist allerorten Aufbruch. Niemand packt fröhlich die Koffer und verstaut die Sachen im Gepäckraum. Ganz anders – die Furcht ist Dauergast. In der Geselligkeit der Angst ist Sicherheit das Hoffnungsthema. Das haben wir erlebt und erleben es weiter. Das ist deprimierend spannend, aber wir haben keine Zeit, einen Roman darüber abzuwarten und lesend durchzustehen.
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