Eine miserable Bestattungszeremonie ist nicht ohne Reiz. Der Prediger spricht Unfug, bringt Namen durcheinander. Eine Alte, nicht ganz bei Sinnen, fragt mitten in die Predigt hinein mit nölender Stimme: Wer hat denn hier gerade Geburtstag? Das macht Stimmung, wenngleich alle schafsfromm auf den Bänken in Reihen sitzen und ihre Trauergesichter kultivieren. Schlimm, wenn jemand zu früh ging; es war ja auch Zeit, wenn es paßte oder der Tod allmählich überfällig war. Unsterblichkeit ist eine Chiffre, in der Wirklichkeit Monstrosität. Stell dir vor, die verschwinden nicht mehr, die bleiben „ewig“. Fortan gibt es das Wort nicht mehr, es hat seinen Sinn eingebüßt, und mit ihm eigentlich seine Bedeutung. Ewig heißt immer, immer ist das Gesicht und die Gestalt von Setz den Namen ein. Schlimme Versprechungen, die die, die es können, uns machen.
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