Das Erstaunliche

Vor langen und vielen Jahren sagte mir eine Freundin, ich sei der einzige Mensch, den sie kenne, der gläubig ist. (Nicht im Sinne einer Kirche oder anderer Beanspruchung – sie wußte, daß ich mit organisiertem Glauben nicht zusammenzubringen bin.) Noch heute denke ich, daß sie eine der wenigen war, die mich sah. Sehen als erkennen. Das bedeutet auch: das Leiden sehen und verstehen, es nicht abtun. Darin liegt der größte Respekt, den Menschen sich erweisen können. Andere, die uns vielleicht ebenfalls lieben, wollen uns in ihre Operationen integrieren. Das mag legitim sein, aber es ist unerstaunlich.


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Das Erstaunliche

Ein Gedanke zu „Das Erstaunliche“

  1. Bravo!
    Im übrigen findet ich den vorletzten Satz höchst inspirativ. Ich empfindet dieses ‹wollen uns in ihre Operationen integrieren› ein wenig heftiger: Wollen sie uns nicht in Wahrheit verdauen?! Sagt man nicht, Liebe geht durch den Magen? 🤔

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