Leben und Tod, Tod und Leben sind ineinander verschlungen. Ich habe eine Woche des Todes hinter mich gebracht. Niemand ist gestorben, ich lebe weiter. Der Tod ist auf Sterbende angewiesen, damit ihm Achtung entgegengebracht wird, notfalls Furcht. Doch der Tod kann auch das Lebende befallen, und dann ist es so, als tanzten Gespenster. Berührt man sie, bestätigen sie ihr Leben durch Fleisch und Blut und die üblichen Sätze. Aber recht lebendig möchten sie nicht erscheinen, mir nicht. Ich mir selbst nicht. Ich habe prüfen müssen, ob mir das Leben noch paßt. Sonst nämlich müßte ich wechseln. Es paßt noch, es paßt neu. Wenn kein guter Gedanke mich erhellt, wenn kein schönes Gefühl in mir blüht – dann bin ich erledigt, und auf lange halte ich das nicht aus. Wir werden ausgeraubt, diese Zivilisation rechnet und plündert. Das Schöne gedeiht scheu und dennoch, nahezu unbemerkt und am Rande, und alle sehnen sich danach. Aber ich muß auch überleben einstweilen.
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