Der Sommer kann heftig sein und verbrennen oder Ernten zerstören durch Starkregen. Man lese die Chroniken der Dörfer und Landstriche. Ich kenne die des Dorfes meiner Herkunft und erinnere mich selbst. Es war eine Anspannung zu spüren, wenn die Heuernte zu verregnen drohte oder es früh des Sommers zu trocken war (meistens war es zu naß). Wir gingen wieder und wieder „aufs Feld“ und prüften die Ähren, nahmen die Körner zwischen Daumen und Zeigefinger und drückten die Fingernägel ins Getreide. Gab es nicht mehr nach, konnte der Mähdrescher bestellt werden. Lohndrusch. Wir waren nicht die einzigen, auch die anderen Kleinbauern warteten auf den großen weißen Claas-Mähdrescher unseres Nachbarn, der nun nicht mehr lebt. Ich grüße ihn von hier aufs herzlichste. Ich habe ihn bewundert, wie er dort hoch oben saß und Runde um Runde fuhr, unter ihm der Acker, das Feld, das Getreide. Er ließ mich neben sich sitzen, es war staubig dort oben, der Staub kratzte auf der Haut. Ab und an sah er hinter sich und prüfte, wie voll der Tank war. Näherte sich die Füllung dem Maximum, steuerte er die abgestellten Transportanhänger an, fuhr das Abtankrohr aus und entließ die Getreidefracht dorthin. Dabei achtete er darauf, daß die entstehenden Getreidegebirge nicht zu hoch wurden, fuhr einen bis zwei Meter weiter, um das kostbare Gut auf dem Hänger richtig zu verteilen. Es gab nichts zu verschenken, es durfte nichts „überlaufen“. Am Ende eines Erntetages waren wir geschafft, selbst ich, der ich klein war und nur assistierte.
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