Das literarische Ich ist nicht das Autor-Ich. Poesie ist ein Ort der Wahrheit aus eben diesem Grund. In der Kunst kann gezeigt werden, was überall sonst anstößig erschiene – sie kann mit Möglichkeiten spielen, ernsthaft und konsequent, die im gesellschaftlichen Leben als unmöglich gelten, unmoralisch wohl auch. – Im alltäglichen Leben bin ich umgänglich und erreichbar, höre zu und lasse gelten. Die Schärfe und ein Unbedingtes gehören, wenn sie denn wohin gehören, in die Texte. – Und dann diese inneren Zustände der Unsicherheit und Beklemmung, meistens nachts – auch die sind Teil eines Lebens, das sich nicht leben kann. Immerhin Dokumente – damit der Berg der Illusionen und Lügen sich nicht auftürmt in den Himmel. Ich weiß nicht, ob wir „gut“ sind. Im Herzen wohl – aber (ich zitiere Gerhard Falkner erneut): „das mit Untrost verschandelte Herz“. Es schreit, ich will ihm zuhören. Die subtile Folter des Existierens.
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