Von innen nach außen

Die traurigen Büroraum- und Wartezimmerpflanzen, das Immergrün der Empfangsbereiche. Pflegeleicht und anspruchslos wie billiges Personal. Angst- und Notpflanzen unter künstlichem Licht in einem künstlichem Leben. Karusselfahrende Pflanzen in der vollautomatischen Drehtür des Hotels, in dem wir essen gingen vor ein paar Jahren. Dagegen der wunderschöne Wildwuchs vor meinem Auge jeden Morgen, wenn ich aus dem Küchenfenster sehe und staunen darf, was nun schon wieder erscheint im saisonalen Wechsel des Wachsens und Blühens. Warum in Kümmernis leben, wenn die Üppigkeit nicht nur naheliegt, sondern natürlicherweise gegeben ist. Das ist keine Frage, daher fehlt das Fragezeichen. Was ist los in den deutschen Gärten, um nur einmal sie zu nehmen, daß die Gärtner so wenig verstehen, in welchem Überreichtum sie stehen, und ihn kurzerhand (sicher gut begründet) abweisen? Die Erde ist bereit für verschwenderische Schönheit, sie ist Fruchtbarkeit. Sie kann geben, aber nicht nur das Eine und „Gewünschte“, sondern auch das andere und noch ein anderes dazu.


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