Als im Gefolge der Ereignisse vom 11. September 2001 die Straf- und Vergeltungsmaßnahmen losgingen, war ich jünger und hatte noch bessere Nerven. Ich war kurz zuvor nach Berlin gezogen – hier war das Leben, dort planten sie den Tod als Antwort auf den Tod. Die Anschläge auf das World Trade Center sind nicht von einem Staat oder einer Regierung geplant oder durchgeführt worden, sondern – nach allem, was man weiß oder wissen läßt – von einem Netzwerk unterschiedlicher Akteure. Es begann, wir erinnern uns mit Schaudern, der Krieg gegen das Böse. Das Böse aber läßt sich nicht in einem Krieg besiegen, das darf man wissen. Das Böse sind nicht Menschen eines Staates oder einer abweichenden Auffassung. Das Böse ist sonstwas – man müht sich nicht umsonst daran ab, seitens des Verstandes und der vergleichenden Vernunft. Spricht jemand vom Bösen, muß er sich beeilen zu zeigen, wie außerordentlich gut er ist. Wir raten ab. Wer das Böse außerhalb seiner selbst identifiziert, entriegelt und aktiviert unversehens das Böse in sich selbst. Leicht zu verstehen. Nicht hassen – das hilft.
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