Zahl oder Kopf

Dies lesen wenige, hoffe ich. Fielen die Vielen über solches her, wäre der Garten verwüstet. Dieses – solches. Ich muß lächeln vor dem Schlafen. Hoffentlich träume ich schön. An das Schöne halte ich mich, denn mein Schönes enthält das Verzerrte und Kaputte, die Mißklänge und das Scheußliche, den Fehlversuch und das unverstandene Gelingen. Doch es kann nicht der Wahrheit entraten. Daher die Photographien der zerfetzten Körper und der gebrochenen Blicke, die ins Unerträgliche streben oder es darzustellen versuchen – um es im Bild zu bannen und zu besiegen. Exorzismus des Zeigens, eine durchaus westliche Bestrebung. Licht auf die Wundnaht, abdrücken. Photographen sind Jäger, sie schießen. Nichts Passiv-Agressiveres als eine Kamera oder ein Mikrophon. Das zieht an und saugt das tatsächliche Leben ein. Ich habe gelächelt, aber in mir blutete es. Verlogenes Grinsen auf den Bildern unserer Zeit. Fahrstuhlgefühle, aber kopfüber. Die Unterseite ist die Oberseite einer Unterseite. Tao von hinten heißt Oat. Das ist nicht wichtig. Wichtig sind die Lottozahlen. Wir Millionenkinder, wir Ausgewickelten, wir Schätzelein, wir Abstimmtierchen. Es wird gut, wenn wir beten. Es wird ebenso gut, wenn wir nicht beten. Wir sollten singen, falls das klappt. Oder schlafen, denn Schlafende sind heilig.


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