Beine und Füße

Da lief ein eigenartiges Spiel, während die Gemeinde beisammen saß und sich in einem Vortrag erklären ließ, was helfen und was schaden würde. (Irgendwas lief nicht wie geplant.) Der zweite Prediger auf der Kanzel nahm sich einen Mann ins Visier, der am Rande der Gebets- und Glaubenshalle auf einem Schemel hockte und aufmerksam lauschte. Der erste Prediger hatte noch das Wort und errichtete aus Worten vielversprechende Aussichten in die Zukunft der Rechtgläubigen und Gewahrsamen. Das Spiel des zweiten Predigers bestand darin, während seiner Sprechpause jenen Mann zu fixieren, den er als einen identifiziert haben mochte, den es zu bezwingen gelten könnte, käme es zu einer Auseinandersetzung über die Inhalte jener Predigt, die nun der erste der Prediger vollendete, nachdem der zweite sie begonnen hatte. Jener Mann aber war ernsthaft interessiert und frei von Aufbegehren, hörte zu und dachte sich eigene Gedanken zu dem Gesagten und hätte an mancher Stelle ergänzen mögen. Da wurde ihm mit einem Mal gewahr, daß er und wie er beobachtet wurde, und mit der Unschuld seines Lauschens hatte es ein jähes Ende. Zwar nickte er freundlich, als es ans Abschiednehmen und den Segensempfang ging, doch war ihm leichter, als er unter freiem Himmel stand und die Schritte unter sich spürte, die seinen Körper von dort entfernten, wo es plötzlich eng geworden war und das Atmen fast schon schmerzte bei dem Versuch, es leise zu tun, daß niemand auf die Idee käme, er sei lebendig.


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