Probieren geht über studieren

Ich will Legitimität, sagt der Betreiber eines Saloons und weithin bekannten Bordells. Er meint Ehrbarkeit. Wer unterhalb solcher Richtmarke anerkannter Moralität agiert, wird sich strecken wollen oder müssen. Wie aber steht es um die Künstler, streben die auch nach Legitimität? Welche Ehrbarkeit könnten sie ansteuern mit dem, was sie umtreibt und auf Trab hält und sonderbar erscheinen läßt vor den Augen der Freunde, Bekannten, Verwandten, Familienmitglieder? Die Ehrbarkeit der Anerkennung doch offenbar: ein Erfolg im bürgerlichen Sinn, eine positive Erwähnung im bürgerlichen Feuilleton, ein Eingeladen- und Erwünschtsein in Kreisen, die nicht sparen müssen und generös zu zeigen sich abverlangen. Dorthin kann es gehen, und von dort an geht es sich lediglich anders, nicht leichter.


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