Ich hab genug

Ein Tag, der mich niederknien machte, wäre ich religiös. Doch selbst mit solcher Geste wäre wenig getan, ich nicht entlastet. Wie haltet ihr das aus! schrie es in mir, der ich es nicht auszuhalten meinte. Die Schönheit dieses Tages, nun vergangen, die Schönheit eines Freitags, 7.10.2021.

Mittags sortierten sich die Kraniche über unserem Viertel, benötigten etliche Zeit, um sich wieder auf Kurs zu bringen. Viel Geschrei. Dann ging ich zur U-Bahn und stieg ab in das Schachtsystem, hörte ein Leonard-Cohen-Album, Popular Problems, und war Song für Song auf der Linie des Abschieds und des wissenden Schmerzes.

Niemals wieder wird es so wie jetzt. Und deshalb blüht und glüht das Jetzt, das wußte ich nun. Später noch, lange Stunden in Lohn und Brot, blieb dieses „Grundgefühl“. Ich taumelte mehr als daß ich ging, aber die Schönheit machte mich sprachlos. Ich schluckte, als ich zu sprechen versuchte von der Schönheit dieses Tages, und ich überfuhr, wie so oft, diejenigen, denen ich etwas abgeben wollte von meiner Begeisterung.


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