Eindruck, Ausdruck, Abdruck

Ausdruck. Ausdruckszwang. Würde ich nicht zu platzen drohen, beinahe täglich, sagte ich kein einziges Wort und schriebe erst recht nicht. Aber da ich meine etlichen Sinne besitze und täglich aufnehme und in mich lasse, was ich am liebsten draußen ließe, dessen Eintritt ich aber nicht zu verhindern weiß, kontere ich mit dem, was hinaus muß, damit der Innendruck nicht zu sehr ansteigt. Nun scheint es mir allmählich, als befinde ich mich in einer ausgezeichneten Position (ausgerechnet ich), denn ich bin nun in fast allem anderer Meinung als der publizierende oder auch nur täglich sprechende Rest meiner Zeitgenossenschaft. Das macht einsam. Macht nichts. Ich halte das aus, und wenn nicht, bitte ich um Hilfe. – Zugleich amüsiert mich das. Ich wohne dem bei wie einem Experiment. Es begann ja vor Jahren, als ich unten in Kreuzberg zu Peter sagte: Laß uns darauf achten, wer als erster die Nerven verliert. Bei manchen schmoren bereits jetzt die Leitungen durch … Das war noch in den Nullerjahren, diesem verlorenen Jahrzehnt, dem der Erschöpfung und der Verschwendung. Schlimme Jahre mit idiotischen Parolen, die alle Welt mitgelallt hat, und die Empfindsamen trieb das nur noch mehr der Verzweiflung entgegen.


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