Es ist so laut in der Welt – und ich möchte wie ein Kind die Arme von mir strecken, um zu zeigen, wie laut es tatsächlich ist. Wie groß dieses Laute ist, das sich breitmacht, als genieße es alle Rechte des Stärkeren. Und doch ist es so windstill und arm und verlassen in fast allem, was ich höre oder lese. Sind denn die Menschen überhaupt bei sich, oder was faseln sie da. Ich lese Kommentare zu einigen Themen der Zeit, doch diese Kommentare sind so fern von mir, daß ich staune und erschrecke. Ampelkoalition – was für ein alberner Name. Und so abgeschmackt naheliegend. Leuchten alle Farben gleichzeitig, weiß im Straßenverkehr niemand mehr, was los ist. Die Sätze, die ich vernehme, liegen lose auf. Als sei das längst nicht mehr Wirklichkeit, sondern nur noch der Versuch, den Anschein einer solchen zu erwecken. Ich erkenne die Einsamkeit und Losgelöstheit in all diesen Stimmen und Meinungen, im Plunder der Ideen und Konzepte. Ich würde einen Koch- oder Backkurs empfehlen, da läßt sich Nützliches lernen. Aber Ideen – uuh, auf die gebe ich keinen Pfifferling. Wie ich bereits sagte, paar Zeilen weiter oben: alles sehr windstill, brav, berechenbar, abgesprochen oder abgekaut, vorhersehbar, Laborware, folienversiegelt, unlecker, pauschal gesprochen: fade. Ich hör‘ schon gar nicht mehr zu. Nur manchmal ergreifen mich einzelne Menschenexemplare, und dann ist es um mich geschehen.
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