Begegnungen sind heilig

Die seltenen Augenblicke des Gesehenwerdens. Da war einmal jemand, der hat mich gesehen. So gesehen, wie ich gemeint bin und ich mich selbst für mich allein nicht ausreichend erkennen kann. Dann ist es nicht unangenehm, „durchschaut“ zu werden. Wir möchten ja durchschaut werden, aber liebevoll und wissend. Sich gesehen fühlen, nicht nur betrachtet oder bestaunt. Es gibt offenbar eine Wahrheit und ein Wesen, ein Eigentliches der Person. Ich weiß das seit langem, aber es muß wohl von Zeit zu Zeit bestätigt werden. Ich stelle mir manchmal Menschen vor, die noch nie in ihrem Leben dieses gute Gefühl verspürten – gesehen und verstanden (also aufgehoben) zu sein. Wir Menschen sind einander nicht gleich, denn dann wären wir allesamt einander gleich gültig. (Aber ich kann noch im Entferntesten einen von uns erkennen, wie schlimm ich ihn auch finden mag.)


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