Dem Leben

Es müßte vielleicht heißen: Leichnam. An einem Leichnam stehen. Nicht: An einer Leiche stehen. Die Leiche liegt herum – ein Leichnam ist bereits in Putz und Frack, präpariert und bereit für die materiale Expedition. – Noch seltsamer als Trauerfeiern sind Hochzeiten, ich habe etlichen beigewohnt. Gehe ich arbeiten für Geld, laufe ich an einem Standesamt vorbei und sehe Paare und Trauzeugen und Gäste und wünsche jedesmal das Beste, drücke den Daumen. Die trauen sich was, denke ich vielleicht, und wissen eigentlich nicht, was sie sich trauen. Jedenfalls trauen sie sich einstweilen, und darauf gleich gratis ein Hoch. Möge es gut gehen und zu Erkenntnissen und Kindern führen. Ich mag das. Leben kann nicht ausrechnen, ob es dies, das oder jenes geben oder bringen wird. Es stürzt sich nach vorn und schaut kurz zuvor noch, wohin es fällt.


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