Semantisches Grenzgebiet

Es muß nicht „alles“ gesagt werden. Alles ist die ganze Welt und zu groß für die uns bekannten, meist einteilenden, also absperrenden Worte. Wir stochern herum und ziehen scheinbar Sicheres und Bekanntes aus dem Gesamtzusammenhang. Das funktioniert ungefähr im Alltagsgebrauch (und idealtypisch streng in den Wissenschaften). Kaum verläßt man diesen Alltag der nutzbaren Bezeichnungen, beginnt ein Reich artikulatorischer Unsicherheit. Da erweist sich der Schutzschirm der Sprache als durchlässig.

(Insbesondere in der Liebe.)

Auf solche Weise stehe ich ungeschützt und unabgeschirmt im Sein – dem Andrang einer Macht, die meine gesamte Aufmerksamkeit beansprucht. Jeder Augenblick ist „erfüllt“ davon, daß ich zusammenbrechen müßte, wäre ich ich nicht voll des Vertrauens, daß diese Macht mich enthält und ich sie. Durch sie bin ich, und sie ist auch durch mich, wie klein mein Beitrag auch sein mag. Auf eine Bezeichnung dieser Macht bin ich nicht aus.


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2 Gedanken zu „Semantisches Grenzgebiet“

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