Wenig nötig

Musik kommt vor der Wortkunst, vielleicht noch vor der Bildkunst. Sicher ist das untersucht worden. Sie, diese Künste, erfordern jeweils ein anderes Bewußtsein, sprechen unterschiedliche Sinne an. Die Wortkunst stelle ich mir stets gesprochen vor, nicht gelesen. Auch wenn ich schreibe, höre ich das Geschriebene, muß es mir also sagen. Meine Texte sollen rhythmisch sein und atmen – wie ich selbst. Wir spielen nicht Toter Mann. Was ich lese oder höre oder sehe, lebt! Wenn es das nicht tut, bin entweder ich müde oder in schlechter Verfassung oder überhaupt ungeeignet für solches Werk. Ich passe nicht zu allem und umgekehrt. Früher hätte ich ein Leben ohne Musik nicht ausgehalten, eines ohne Bücher sehr wohl. Mittlerweile würde ich auf ein paar Bücher nicht verzichten wollen, frage mich aber, welche es denn sein müßten. Es war mal Mode, die „Inselfrage“ zu stellen – welche zehn Bücher man mit sich nehmen würde. Salon-Unterhaltungen. Vielleicht etwas über die Einsamkeit und das Wohlgefallen inmitten der Pflanzen und Tiere und den guten Sinn der tätig und untätig verbrachten Zeit.


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