Es ist bereits spät, das Publikum sehnt sich nach Hause. Die Spieler sind müde, man sieht an. Wir sehen einem Pokerspiel zu, sind mit eigenem Wett- und Lebenseinsatz dabei, verpflichtet worden. Auf dem Tisch liegt, besser: steht der Wetteinsatz, hoch wie ein Kartenhaus. Eine Karte ruht auf der anderen. Es geht ein Milliardenspiel, dessen Ausgang weitere Milliarden in Bewegung setzt, ein Spiel um die Angst und ein Spiel um die sichere Investition, ein Spiel um Leben und Tod. Während dies geschieht, werden die Zuschauer – das sind wir – mit Insiderberichten aus dem Innern der Moral und der Menschlichkeitsrettung versorgt, denn um die geht der Wetteinsatz. Unter global wird nicht mehr geboten, der Horizonzt ist weit geworden nach dem Zusammenbruch der Grenzen, über die Geld nicht kann. Ich bin auch Zuschauer, auch mein Blut wollen sie, meine Seele, mein Interesse. Ich bin bereits zu müde, um noch abzuwarten, wie der Kartenstapel zusammenstürzt. Irgendeine Karte wird ihren Dienst versagen. Mir ist schon ein wenig langweilig geworden mit der Zeit. Ich denke bereits an die Zeit nach dem Zusammenbruch und bin wieder einmal zu früh. Das begann mit meiner Geburt, und ich mache ja schon extra langsam.
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