Erwürg mich nicht

Ich nehme Dinge derart schwer, daß ich sie in einer Geste der Befreiung plötzlich leichtnehmen muß. Man hat das bereits als pietätlos bezeichnet. Der Humor springt mir bei, wenn der Hals zugeschnürt werden soll. Schlimmer noch, wenn ich bemerke, daß ich fühlen soll. Man also auf Wirkungstreffer bei mir zielt, ob bewußt oder nicht. Allein die Absicht verstimmt – und die Nichtabsicht macht mich noch stutziger. Kann man es denn nicht bemerken, daß man versucht mich zu manipulieren. So staune ich oft und reiße schlimme Witze. Vor Jahren lautete er: Noch zehn Jahre Friede, und die Leute drehen hier total durch. Ich meinte: vor eingebildeter Angst und Problemen, größer als King Kong, der sich unschuldig wütend und angeschossen durch New Yorks Straßenschluchten kämmt mit ängstlichem Blick. Dann kam C und all das, was uns nun so beschäftigt. Zweifellos eine Falle für den Verstand, für die Handlungs- und Besserungswünsche, das überbordende Kontroll- und Sicherheitsbedürfnis der globalisierten Bürgerlichkeit auf der Höhe ihrer jeweiligen Standards. Kommandohöhen. Nicht Sympathy for the Devil ist mein Anliegen, sondern was anderes.


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