Als Omikron auftauchte, nannte ich sie Gromyko.
Andrej Andrejewitsch Gromyko, 1909-1989. Außenminister der Sowjetunion von 1957 bis 1985. Genosse Njet genannt, auch Grim-Grom. Teilnehmer der Konferenzen von Jalta und Potsdam, Botschafter seines Landes in den USA, Verhandlungspartner von Kennedy während der Kuba-Krise, Verhandlungspartner des Westens während der „Entspannungspolitik“ und zahlreicher bilateraler Verträge zur Rüstungskontrolle im Kalten Krieg. Zuletzt Staatsoberhaupt des untergehenden Sowjetreichs.
Gromyko oder das melancholische Lächeln der Sphinx. Ein Mann, der zu viel weiß, um sich einer dauerhaften Regung anzuvertrauen. Er hat sie kommen und gehen sehen, die Großen und Stolzmächtigen, und während seiner Zeit als diplomatischer Reisebevollmächtigter eines Imperiums die Länder nach Interessenlage abgeklappert, Hände geschüttelt und stoisch die ewig gleichen Zeremonien der Ehrerbietung über sich ergehen lassen, um im Austausch unter vier Augen (plus Dolmetscher: Ohren und Mund) die Lage anzusprechen, wie sie wirklich ist, nämlich aus Sicht der überlegenen und Bedingungen stellenden Macht.
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