Erfahrung 2

Zugleich ist mir dabei unbehaglich. Denn vor kurzem noch war es mir nicht möglich, in einem Gasthaus zu sitzen und dort gemeinsam einem Fußballspiel beizuwohnen. Die Politik (wer immer das ist) hatte mich aussortiert – nach, wie „sie“ vorgab, rationalen, jedenfalls nachvollziehbaren Kriterien. Ich konnte dieser Art von Rationalität nicht folgen und mußte dafür zahlen: Ausschluß aus der Gemeinschaft – sofern innerhalb einer Gesellschaft Gemeinschaften existieren, und sei es für die Dauer eines Fußballspiels oder eines Konzerts oder einer Filmvorführung im Kino. Meine Freunde oder Bekannten bedauerten meinen Ausschluß, wußten aber auch nicht, wie dem beizukommen sei. So lebten wir in unterschiedlichen Hemisphären, wenige hundert Meter oder Kilometer voneinander entfernt. Vielleicht hielten sie mich für verrückt oder skurril oder verwegen, für sonstwen oder sonstwas. Unbehaglich ist mir, bei allem Behagen und der Freude über die „zurückgewonnene Normalität“, Glücksgefühle eingeschlossen, deshalb, weil ich so scheu geworden bin. Verletzt ohnehin – dafür habe ich noch gar keine Worte, traue mich auch nicht, sie zu suchen.


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