„Noch durchdrangen die Strahlen des Glücks die Wolken des Unbekannten vor uns. Einsamkeit, mochten die Eltern auch sehr beschäftigt sein, gab es nicht in einer Familie mit sechs Kindern, einer Nurse, einem Kindermädchen, einem Gärtner, einer dicken, fröhlichen Köchin, einer heißgeliebten Haushälterin, einem Schwarm von Hilfsdienstmädchen, einem ganzen Geschwader von Tanten und Onkeln, die alle Greene hießen, was sie einem noch vertrauter machte, und jenem alten Freund und Junggesellen, der unweigerlich zu Weihnachten auftauchte und, von den Eltern heimlich ein wenig belächelt, von den Kindern heimlich ein wenig als Störenfried empfunden, damals an jedem großen Familienfest teilnahm. Die sechs Geburtstage, der Theaterbesuch zu Weihnachten, die Osterferien und der Sommer am Meer, sie kamen wie die Planeten pünktlich zu ihrer Zeit und unberührt vom Krieg. Nur die aufziehenden Wolken sahen drohend aus und dahinter sah ich kein Licht. Doch irgend etwas, das fühlte ich, irgend etwas, vielleicht ein romantischer Tod, konnte mich noch retten, bevor mein zwölftes Lebensjahr um war und die Uhr dreizehn schlug.“
Graham Greene (1904-1991), Eine Art Leben [1971]
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