Etwas Flatterhaftes ist ins Politische geraten, und das seit langem. Verursacht vielleicht durch die Erkenntnis, daß man mit schönem Schein dreckige Wirklichkeit bemänteln kann. Die Zweck-Mittel-Erwägungen dahinter erspare ich mir. Wie kann eine mächtige Macht gut dastehen, obwohl sie Schlimmes tut oder zu tun beabsichtigt? Gehörte ich einer politischen Macht an, wüßte ich, was das Schlimme ist. Gehörte ich ihrer Gegenmacht an, wüßte ich es andersherum. Erkenntniskritisch mag das ergiebig sein, intellektuell ist es von erbärmlicher Simplizität. Wohin man sieht, stößt man auf Interessen. Ich hätte Lust, Gryphius zu paraphrasieren, verkneife mir das. Interessen verweisen auf Interessierte. Die müßte man zum Reden bewegen, wäre ich Journalist und investigativ. Bin ich nicht. Wäre ich jedoch Journalist geworden, wie ich es einst plante, hätte ich mir nicht genügt, einem Erziehungs- oder Ertüchtigungsprogramm zu dienen.
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