Exerzierplatz, Munsterlager, Lüneburger Heide, ein heißer Oktobernachmittag, wir lernten im Gleichschritt zu marschieren, Marschkolonne zu bilden, auch das Kompanielied.
Panzerjäger Roth aus Franken wußte nicht, wie er zum Schritt der Beine und Füße seine Arme und Hände bewegen sollte. Mal sah es aus, als übe er den Paßgang eines Kamels, mal ließ er die Arme hängen, aus purer Ratlosigkeit oder nackter Angst.
Der Stabsunteroffizier, der uns befehligte, vermutete Insubordination und schickte den Rekruten nach einem laut gerufenen „Panzerjäger Roth – Ach-tung!“ ins „Marsch, marsch!“, was Laufschritt bedeutete, und Panzerjäger Roth rannte los, quer über den asphaltierten Platz. Sein Helm hüpfte auf und nieder. Endlich erreichte er die Begrenzung des ausgedehnten Gevierts, die Außenwand der Turnhalle. Er blieb stehen. Der Stabsunteroffiziert schrie: „Panzerjäger Roth – marsch-marsch ist befohlen!“ Und Roth rannte weiter, auf der Stelle, das Gesicht zur Turnhallenmauer.
Endlich kam der Befehl, kehrt zu machen und anzutreten, im Laufschritt. Roths Kopf glühte, er schwitzte, seine Hände zitterten. Er bekam den Befehl: „Panzerjäger Roth, marsch!“
Wir umstanden den Stabsunteroffizier und sahen dem neuerlichen Versuch des Kameraden zu, einige kicherten. Roth bekam es nicht hin, er hatte das Laufen verlernt. Ich wandte mich an den Vorgesetzten: „Herr Stabsunteroffizier, der kann das wirklich nicht.“ Der Stuffz sah mich an und sagte: „So blöd kann man nicht sein, oder?“
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