Mir zitterten die Hände beim Auseinandernehmen und Zusammensetzen unserer Waffe, der Maschinenpistole MP2A1 „Uzi“. Später wurde ich ruhiger und gewöhnte mich an die tödliche Kälte ihres Stahls. Ging es an den Schießstand, befand ich mich in nervöser Spannung, die ich zu überspielen versuchte. Mir war lange Zeit unklar, was es mit der verbleibenden Patrone in der Patronenkammer auf sich hatte. Wir wußten, daß die MP auch im gesicherten Zustand „losgehen“ konnte. Zum Glück stand neben uns ein Ausbilder, der die Schießversuche beaufsichtigte. Ich galt als guter Schütze, obwohl ich ungern schießen ging. Einmal schoß ich mit unserem Zugführer „aus der Hüfte“ auf emporschnellende Pappkameraden. „Sie sind ja ein Killer“, bemerkte er anerkennend, und ich war ein bißchen stolz und dachte wenig später an unsere Cowboy-und-Indianer-Spiele im Wald. Bei der Bundeswehr begann ich mit dem Tagebuchschreiben. Ich habe heute erfahren, daß eine Frau, die ich lose kenne, seit ihrem sechsten Lebensjahr Tagebuch schreibt.
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